5G-Mobilfunk direkt vom Satelliten auf das Smartphone? Ein Einblick in die SATELLITE 2025
von Melanie Wappler
Vom 10. bis 13. März 2025 fand in Washington D.C. die 44. Satellite Conference & Exhibition statt – eine der wichtigsten Veranstaltungen der Satellitenindustrie. Unter dem Motto "DRIVING BUSINESS: INSPIRING PURPOSE" zogen die Messe und Konferenz rund 15.000 Besucher an – ein Anstieg von 17 % gegenüber dem Vorjahr. Während die Konferenz strategische, militärische und politische Themen behandelte, lag der Fokus in der Ausstellung klar auf der technologischen Entwicklung der "Non-Terrestrial Networks" (NTN), insbesondere auf der Verbindung von Satelliten und Mobilfunknetzen.
Highlights in Kürze
5G-D2D – Die Revolution in der Satellitenkommunikation?
Vor drei Jahren war von direkter 5G-Satellitenkommunikation (D2D – Direct to Device) noch keine Rede. Heute sieht das Bild ganz anders aus: Die Kombination von terrestrischen Mobilfunknetzen mit direkter Satellitenkommunikation auf herkömmliche Smartphones ist eines der grossen Zukunftsthemen. Neben Marktführer Starlink drängen zahlreiche Anbieter wie OneWeb, Kuiper, AST-Space oder Telesat auf den Markt. Die Herausforderungen bleiben jedoch gross – hohe Kosten, technische Hürden und eine noch unklare Nachfrage bremsen den Durchbruch.
Multi-Orbit-Strategien und neue Trends
Die etablierten Anbieter im GEO-Satellitenbereich setzen auf Multi-Orbit-Strategien und hybride Netzwerke, um ihre Marktstellung zu sichern. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen (LEO) rasant zu: Experten gehen davon aus, dass bis 2030 rund 50.000 Satelliten im Orbit sein könnten. Neue Entwicklungen betreffen zudem die sogenannte Very Low Earth Orbit (VLEO) Technologie, die mit Höhen von 250–350 km eine noch geringere Latenz bietet und durch ihre "selbstreinigende" Natur das Weltraumschrottproblem verringern könnte.
HAPS – Stratosphärenplattformen als Alternative?
Ein weiteres spannendes Thema sind High Altitude Platform Systems (HAPS). Diese unbemannten Luftschiffe oder Ballons operieren in der Stratosphäre auf rund 20 km Höhe und könnten abgelegene Regionen mit 5G-Internet versorgen. Unternehmen wie Sceye arbeiten an solaren HAPS-Plattformen, die monatelang in der Luft bleiben und große Mobilfunkinfrastrukturen ersetzen könnten – eine interessante Alternative für Notfallszenarien oder entlegene Gebiete.
Optische Kommunikation und KI im Satellitenbereich
Während auf Messen wie CES und MWC Künstliche Intelligenz das zentrale Thema ist, spielte sie auf der SATELLITE 2025 noch eine untergeordnete Rolle. Dennoch erwarten Experten, dass KI auch in der Satellitenkommunikation eine wachsende Rolle spielen wird. Ein weiterer Trend ist Free Space Optical Communication (FSOC), die durch Laser-basierte Datenübertragung höhere Bandbreiten und geringere Latenzen verspricht.
Fazit: Die Zukunft der Satellitenkommunikation
Die SATELLITE 2025 zeigte deutlich, dass die Kombination aus terrestrischen Netzen und Satellitenkommunikation vor einem entscheidenden Wandel steht. Die Entwicklung neuer Technologien wie D2D, VLEO oder HAPS könnte die globale Konnektivität revolutionieren – gleichzeitig bleiben hohe Kosten, regulatorische Hürden und technische Herausforderungen zentrale Themen der Branche. Die nächsten Jahre werden zeigen, welche Konzepte sich tatsächlich durchsetzen werden.